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So fängt es meistens an ...
Zwei Dickköpfe stehen sich auf dem Schulhof gegenüber. Ein Wort gibt das andere, keiner will nachgeben. Die „Zuschauer“ heizen den Streit noch an: „Hau ihm (oder ihr) doch eine ...!“ Und irgendwann läuft dann tatsächlich Blut aus der Nase oder eine Lippe wird dick ... ... aber auch so kann es enden Einen Ausweg zeigen hier die sogenannten „Streitschlichter“. Dies sind speziell auf diese Aufgabe vorbereitete Schülerinnen und Schüler, die den Kontrahenten bei der Beilegung ihrer Streitigkeiten helfen. Statt einer Schlichtung „von oben“, durch die Lehrer, wird die Auseinandersetzung mit Argumenten beendet, die die Schülerinnen und Schüler selbst gefunden haben. Voraussetzung für eine erfolgreiche Streitschlichtung ist, dass die Streitenden sich freiwillig auf den Prozess der Schlichtung einlassen. Die Schlichtung läuft nach einem festgelegten Ritual ab:
Schülerinnen und Schüler, die zum Streitschlichterteam gehören wollen, werden auf diese Aufgabe im 9. Schuljahr in einer AG vorbereitet. Die Schlichter werden von Lehrerinnen und Lehrern ausgebildet und regelmäßig begleitet. Auf diese Aufgabe bereitet sich seinerseits im Moment ein großer Teil des Kollegiums unserer Schule in Fortbildungen vor. Damit Streitschlichtung funktioniert, muss das Prinzip möglichst vom gesamten Kollegium unterstützt und getragen werden. Eine konstruktive Konfliktbearbeitung setzt voraus, dass soziales Lernen in unterschiedlichsten Formen ein durchgängiges Prinzip des Unterrichtes ist. Dieses soziale Lernen beginnt in der Jahrgangsstufe 5 und endet mit der Entlassung der Jugendlichen von der Schule. Was ist Streitschlichtung? In unserer Gesellschaft und in der Arbeitswelt wird neben dem Wissen der klassischen Schulfächer immer mehr Wert auf soziale Kompetenzen wie z. B. Teamfähigkeit und die Fähigkeit zur Auseinandersetzung verlangt. So greift die Streitschlichtung eine Situation auf, die die Schüler nicht nur auf dem Schulhof und in ihrem Alltag erleben, sondern die ihnen auch später immer wieder begegnen wird. Den Schülern wird dadurch die Gelegenheit gegeben, die oben genannten Fähigkeiten zu trainieren. Streit wird nicht als unlösbares Problem gesehen, sondern als Möglichkeit der aktiven und konstruktiven Auseinandersetzung. Es regiert nicht nur das Gesetz des Stärkeren.
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